Al Capone? Moment mal, das war doch ein Mafia-Gangster und eine Filmfigur, richtig? Stimmt genau. Aber diese Figur erfreut sich gerade zum Karneval stetiger Beliebtheit. Es sei denn, sie dreht durch, wie in Düsseldorf geschehen. Da wurde aus dem Gangster-Boss, der eigentlich Mitarbeiter einer Versicherung war, ein Mann ohne Job.
Wie kam das?

„Ich habe eine Schere, und ich werde sie benutzen!“

Der schwerbehinderte Mann, um den es geht, war auf der Karnevalsfeier der Versicherung, für die er arbeitet, verkleidet als Al Capone gekommen. Mit Scheren bewaffnete „Karnevalsweiber“ wiederum liefen durch die Gegend, um sämtliche Krawatten abzuschneiden, ein Brauch, den die Damen sehr ernst nahmen. „Al Capone“ fand das überhaupt nicht lustig und wehrte sich gegen die Aktion. Als dann zusätzlich noch ein als Clown verkleideter Kollege nervte, platze „Capone“ der Kragen. Er verletzte den Clown mit seinem Bierglas im Gesicht. Die Folge war die fristlose Kündigung.

Keine Entschuldigung

Alle Versuche der Anwältin von „Al Capone“, die Richter gnädig zu stimmen, scheiterten. Ihr Mandant habe nach einer OP eine Angststörung, argumentierte die Anwältin. Und sich in mehr als 20 Jahren Betriebszugehörigkeit nie etwas zuschulden kommen lassen. Auch die Tatsache, dass der Täter sich bei seinem verletzten Kollegen entschuldigt und der diese sogar angenommen hatte, änderte nichts am Richterspruch. Es blieb bei der Kündigung.
Der echte Al Capone hätte sicher Mittel und Wege gehabt, die Sache auf seine Art zu klären.